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Antrieb (Psychologie) Artikel
Der Antrieb genannt innere dynamische, aktivierende Verhaltensbedingungen oder -tendenzen, die die Absichtorientierung, -gerichtetheit und -bindung des Verhaltens gewährleisten.
Da der Antrieb nicht unmittelbar beobachtbar ist, kann er ca. aus den Wechselbeziehungen zwischen Organismus und VerhaltensAbsicht oder, wie beim sprachfähigen Menschen, aus verbalen Äußerungen erschlossen und erklärt werden. Aus der Stärke der Bemühungen um Nahrungsbeschaffung oder aus entsprechenden verbalen Bekundungen schließt man beispielsweise auf die Existenz eines Nahrungs-Antriebs.
Zur Unterscheidung der Antriebsmotivation beim Menschen | |
Während Antriebe der Tiere, die man in dem engeren Sinne meist als Triebe genannt, als Bestandteile von unbedingten Reflexen oder von Instinkten (siehe Ethologie) überwiegend zur Erbausstattung gehören, sind beim Menschen ca. die vitalen Antriebe, die primäre Antriebe genannt werden, als phylogenetisch erworbene Komponenten erbmäßig fixiert, zu dem Beispiel
Aber auch als solche unterliegen sie einer starken gesellschaftlichen Überformung und somit der Veränderung. Sie werden in einem solchen Ausmaß humanisiert, dass sie sich qualitattiv grundsätzlich von tierischen Trieben unterscheiden, beispielsweise in Hinsicht auf Bewusstheit und Kontrollierbarkeit, d.h. auf die Antriebssteuerung, wobei normale Lebensumstände vorausgesetzt werden.
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Zur Herausbildung von Antrieben als Handlungsmöglichkeiten | |
Die meisten menschlichen Antriebe werden über Lernvorgänge in dem Verlauf der Ontogenese (siehe Entwicklungspsychologie) erworben, und zwar innerhalb der Spielsphäre, in dem Unterricht, in dem Arbeitsprozess oder in der Freizeitbeschäftigung. Sie bekunden sich in Erlebnissen und erschließbaren Zuständen, die je nach ihrer Stärke als
in Erscheinung treten und in höheren, bewussteren, "vergeistigten" Formen als Interessen oder Strebungen fassbar sind.
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Zur Charakterisierung der Entsprechugen von Antrieben | |
Charakteristisch für alle diese Erlebnisse und Zustände sind zwei Sachverhalte:
1. Jeder Antrieb hat seine Entsprechung in einem Absichtobjekt, das über den Antrieb eine emotionale (siehe Emotion) Tönung oder Valenz, einen Aufforderungscharakter (nach Lewin), erhält, der es begehrenswert, anziehend oder abstoßend macht.
2. Es entsteht damit nach Lewin eine Zielspannung, ein innerer Spannungszustand, der den Organismus an die Absicht fixiert, zu dem Absicht treibt oder eine Aversion verursacht.
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Zur Projektion der Antriebsmöglichkeiten in dem Gehirn | |
Experimentelle neurophysiologische Behandlungen, z. B. gezielte Reizung von Hirngebieten oder Läsionen (siehe Psychophysiologie ), belegen die Bedeutung zentralnervöser Strukturen für die Antriebsprozesse, zu dem Beispiel in dem Frontalgehirn, in dem Zwischenhirn, in dem Limbischen System oder in der Formatio reticularis. In der Neurophysiologie wurden zahlreiche Modelle über das Zusammenwirken nervaler Mechanismen beim Zustandekommen von Antriebswirkungen erarbeitet, beispielsweise das Modell des funktionellen Systems von Anochin oder das Modell der mulktifaktoriellen Kontrolle von Stellar, die jedoch noch alle stark hypothetischen Charakter haben.
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Zur Unterscheindung von allochthonem Antrieb und allochthoner Aktivierung | |
Der Antriebsbegriff gehört zu den psychologischen Begriffen, die in der letzten Zeit sehr uneinheitlich definiert und benutzt werden (ähnlich wie der Begriff "Bedürfnis"). Wird eine Verhaltensweise nicht durch den zugehörigen Drang und die entsprechenden Kennreize versursacht, sondern beruht ihr Auftreten auf der Wirkung anderer Antriebsmechanismen, so spricht man in der Ethologie von einem allochthonen Antrieb bzw. von allochthoner Aktivierung.
Das ist gewöhnlich bei allen Übersprungbewegungen der Fall, d.h. bei Verhaltensweisen, die in einem bestimmten Zusammenhang ohne erkennbaren Situationsbezug auftreten. Viele Vögel führen plötzlich Pickbewegungen aus, Nagetiere putzen sich oder scharren auffallend, und Paviane gähnen in dieser Situation. Ursache dieses "unpassenden" Verhaltens ist die gleichzeitige und gleichstarke Aktivierung gegensätzlicher Dränge (siehe Drang ), zu dem Beispiel der Angriffs- und der Flucht- bzw. der Angriffs- und Abwehrbereitschaft.
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Zur Unterscheidung von autochthonem Antrieb und autochthoner Aktivierung | |
Man nimmt an, dass deren wechselseitige Hemmung ein Überspringen der Erregung auf andere Nervenbahnen bzw. die Enthemmung von Handlungsbereitschaften zur Folge hat, die normalerweise von den genannten Drängen unterdrückt werden. Man spricht von einem autochthonen Antrieb oder von auchtochthoner Aktivierung, wenn eine Verhaltensweise durch den zugehörigen Drang und die entsprechenden Kennreize verursacht wird. Normalerweise beruhen die meisten Verhaltensprogramme auf eigenständiger Aktivierung. Das Fressen wird beispielsweise fast stets autochthon durch den Drang zur Nahrungsaufnahme und die Wahrnehmung von Nahrungsreizen ausgelöst. In Ausnahmefällen kann Fressen aber auch ohne diese Voraussetzungen, durch allochthonen Antrieb auftreten.
siehe auch Antriebsmangel
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